GSJ veröffentlicht Positionspapier zur sportorientierten Jugendsozialarbeit mit jungen Geflüchteten

Geschrieben von kiepert am in Allgemein

GSJ_LOGOWir stehen vor enormen Herausforderungen. Die Zahl der vor Krieg und Terror flüchtenden Menschen nach Deutschland ist nach wie vor hoch. In Berlin werden für dieses Jahr fast 60.000 Geflüchtete erwartet, davon sind etwa die Hälfte unter 25 Jahre. Bis Ende des Jahres werden fast 4.000 unbegleitete minderjährige Geflüchtete in Berlin ankommen.

In der Rede der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft Sandra Scheeres auf der Vollversammlung der Sportjugend Berlin am 02.11.2015 wies sie auf den Rechtsanspruch auf Bildung für junge Geflüchtete hin. Aus ihrer Sicht spielt dabei der Sport eine ganz wichtige Rolle. In diesem Sinne nehmen wir die Herausforderungen an. Zum Positionspapier der GSJ.

Gemeinsam mit Sportvereinen und –verbänden des Berliner Sports engagiert sich die GSJ mit ihren Projekten der sportorientierten Jugendsozialarbeit, um jungen Geflüchteten das Dazugehören in Berlin zu erleichtern:

  • Das Projekt „ankommen“ realisiert mobile Bildungs- und Freizeitangebote für junge Menschen aus Roma-Familien und für junge Geflüchtete.
  • Im Rahmen bezirklicher Sofortprogramme werden in Pankow, Lichtenberg, Spandau und Reinickendorf  zusätzlich bewegungsorientierte Angebote für junge Geflüchtete durchgeführt.
  • SportJugendClubs, MädchenSportZentren und KICK leisten Sportangebote für junge Geflüchtete in Zusammenarbeit mit jeweils in der Nähe liegenden Flüchtlingsunterkünften.
  • Die Schulsozialarbeit der GSJ intensiviert die Arbeit mit jungen Menschen aus Willkommensklassen und hat in Spandau die bezirkliche Koordinationsaufgabe übernommen.
  • Im Rahmen einer zeitlich begrenzten Notmaßnahme werden in Kooperation mit dem Jugendamt Spandau 10 unbegleitete minderjährige Geflüchtete in einer 24h-Betreuung im SportJugendClub Wildwuchs beherbergt.

Wir nutzen die positive Kraft des Sports. Sport bietet sich insofern an, weil es einen hohen Aufforderungscharakter hat und in weiten Teilen das Problem der Sprache umschifft, andererseits aber auch eine Vielzahl an motivierenden Sprachanlässen enthält. Darüber hinaus werden über den Sport auf spielerische Weise relevante Normen und Werte vermittelt, die für ein gesellschaftliches Zusammenleben gleichermaßen unerlässlich sind: Fairplay, regelgeleitetes Handeln, Rücksichtnahme, Konfliktklärung, Einbindung, Verantwortungsgefühl, Anstrengungsbereitschaft sowie Durchhaltevermögen – und selbstverständlich auch Werte einer diskriminierungsfreien Gesellschaft: die Gleichstellung von Mann und Frau, die Integration von Migranten/innen, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, genauso wie die Akzeptanz sexueller Vielfalt, die Durchsetzung gewaltfreier Erziehung sowie die Meinungs- und Religionsfreiheit.

Für diese Integrationsarbeit ist es allerdings kontraproduktiv, wenn Sporthallen als Flüchtlingsunterkünfte genutzt werden. Diesbezüglich hat die Mitgliederversammlung des Landessportbundes Berlin am 27.11.2015 eine Erklärung verabschiedet, in der darauf hingewiesen wird, dass der Sport seinen Beitrag leisten will und kann, soweit man ihn nicht einschränkt: „Integration der Flüchtlinge  – nur mit dem Sport – nicht gegen den Sport“.

Nachtrag vom 22.12.2015:
Der Landessportbund Berlin lud Vereinen und Verbände zu einer Krisensitzung am Montag, 21.12.
Hier der Bericht.

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