Politisch verursacht?! – SportJugendClub Hohenschönhausen schließt

Geschrieben von kiepert am in Allgemein

Logo-SJCAm 20. Juli 2016 stellt der SJC Hohenschönhausen in der Barther Str. 29 in 13051 Berlin seine Arbeit ein. An diesem Tag stehen ab 14:00 Uhr letztmalig die Türen noch einmal weit offen für alle Kinder, Jugendlichen, ehemaligen Besucher/innen, Freunde und Partner der letzten 21 Jahre.

Was sind die Gründe, dass hier die erfolgreiche sportorientierte Jugendsozialarbeit beendet werden muss?

  1. Der SJC Hohenschönhausen nahm im Jahr 1995 im Rahmen des damaligen Sonderprogramms des Berliner Abgeordnetenhauses „Jugend mit Zukunft – gegen Gewalt“ seine Arbeit auf und ist seitdem im ehemaligen Speisewürfel in der Barther Straße untergebracht. Vor 4 Jahren teilte der Eigentümer, das bezirkliche Sportamt, mit, dass für das Gebäude keine Finanzmittel für Instandhaltung und Sanierung zur Verfügung stehen. Seitdem hat die GSJ in enger Zusammenarbeit mit dem bezirklichen Jugendamt einen Ersatzstandort gesucht. Auch mit Einbeziehung des bezirklichen Jugendhilfeausschusses konnte kein geeigneter Standort gefunden werden. Auf Grund der erheblichen Gebäudemängel musste „die Reißleine gezogen werden“ und mit dem Sportamt die Beendigung des Nutzungsvertrages vereinbart werden.
  2. Bei der GSJ sind die Vergütungen der Mitarbeiter/innen an den Tarifstrukturen im Öffentlichen Dienst orientiert. Seit 2011 gab es jährlich Tariferhöhungen im TV-L Berlin. Die Erhöhungen der Zuwendungen waren jedoch nur minimal, so dass im Verbundprojekt der 7 SportJugendClubs, 3 MädchenSportZentren und 3 Mobilen Teams die Reduzierung von 2 Stellen und anteiligen Betriebskosten unumgänglich geworden ist.

Zu diesem Thema gibt es zunehmenden politischen Handlungsbedarf, deshalb haben Landessportbund und Sportjugend Berlin nachfolgenden Wahlprüfstein an die Parteien gerichtet:

„Im Gegensatz zu vielen Leistungsbereichen in der Kinder- und Jugendhilfe werden in den Zuwendungsprogrammen von Projekten der Jugendförderung tariflich gestiegene Personalkosten nicht oder nur unzureichend berücksichtigt. In der Konsequenz öffnet sich bei der Sportjugend und auch bei anderen Trägern der Jugendarbeit zunehmend eine Schere zwischen den gewährten, stagnierenden Zuwendungsbeträgen und den tatsächlichen Projektkosten. Im Ergebnis geraten Projekte in Existenznöte.
Welche Maßnahmen werden Sie und Ihre Partei ergreifen, um zukünftig eine Gleichbehandlung kostensatzfinanzierter Angebote und zuwendungsgeförderter Projekte in der Kinder- und Jugendhilfe zu gewährleisten, damit eine tarifgetreue Bezahlung von Mitarbeitern in der Jugendarbeit möglich bleibt bzw. die Schließung von Jugendeinrichtungen verhindert werden kann?“

Wir sind gespannt auf die Antworten und hoffen auf politische Maßnahmen, damit nicht weitere erfolgreiche Einrichtungen der sportorientierten Jugendsozialarbeit sukzessive abgewickelt werden.

Mit dem SportJugendClub Hohenschönhausen verliert Berlin ein Aushängeschild im Bereich bewegungsbezogener Gesundheitsförderung. Der SJC ist die erste GUT DRAUF-zertifizierte Jugendeinrichtung in Berlin (gewesen).

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