Achtsamkeit, Motivation und Struktur als Faktoren gelingender Arbeit im Kontext von Stressregualtion und Partizipation

Geschrieben von lauriac am in Allgemein

Am 07. Dezember 2019 fand im GUT DRAUF Netzwerk der Sportjugend Berlin (SJB) und der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit Berlin (GSJ) der nunmehr vierte GUT DRAUF-Fachtag in der Bildungsstätte der Sportjugend im Olympiapark Berlin statt.

Dana Herrmann (SJB) und Sascha Weimershaus (GSJ) begrüßten 18 Teilnehmende, die sich zu einer Methodenwerkstatt für partizipative sinnorientierte Arbeit mit jungen Menschen trafen. Unter dem Titel „Stressregulation – Motivation, Achtsamkeit und Partizipation“ wurden unterschiedliche Facetten, Themen und Methoden von Partizipation vorgestellt. 

Die Grundlage für den jährlich stattfindenden Fachtag ist der Kooperationsvertrag zwischen GSJ, SJB und BZgA. Bei der Konzeption des jeweiligen Fachtages werden natürlich auch aktuelle politische Entwicklungen im Netzwerk aufgegriffen, so hier auch:  Die rechtliche Grundlage für dieses experimentelle Format bildet das „Jugendförder- und Beteiligungsgesetz“ des Landes Berlin, welches zum 01.01.2020 in Kraft tritt und explizit die Stärkung partizipativer Elemente in der Arbeit mit und für junge Menschen fördert und fordert.

Das GUT DRAUF TrainerInnen-Team bestehend aus Doreen Remer und Dr. André Schier nahmen Partizipation ernst und zeigten, wie selbstgesteuertes Lernen in der Bildungsarbeit weitestgehend ohne Hierarchien und klassische dozentenzentrierte Frontalformate auskommen kann. Kurze Inputs zu Stufen der Partizipation und Salutogenese, wie World Café und Design Thinking als konkrete Methoden-Beispiele dienten als Einstieg in einen ansonsten selbstgesteuerten Tag. 

Nach einer Vorbereitungsphase in der gezielte Themen und genauere organisatorische Fragen von der Seminargruppe selbstständig entwickelt wurden, durchliefen die Teilnehmenden auch emotional alle Phasen einer Zukunftswerkstatt und hatte ebenso die Entscheidungshoheit inne. Das Trainerteam stand den Arbeitsgruppen auf ihren Abruf hin mit Rat, Wissen und Tat zur Verfügung.

Der erste Schritt war eine Vorbereitungsphase in der gezielte Themen und genauere organisatorische Fragen von der Seminargruppe selbstständig entwickelt wurden. Durch Abstimmung einigte sich die Seminargruppe auf die Themen: „digitale Chancen in der Arbeit mit jungen Menschen“, „Motivation zur Partizipation“ und „Lebenswelten“? Bis zum frühen Nachmittag wurde mit Elementen der Methode „World Café“ intensiv gearbeitet. Auf Wunsch der Gruppe wurde diese Phase allerdings früher beendet, da es Uneinigkeit über das weitere gemeinsame Vorgehen gab.

Auf der höchsten Stufe der Partizipation, so wurde in einer vorgezogenen Reflexion deutlich, sind die Anforderungen an Selbstorganisation und Kommunikation sehr hoch. Deswegen wurde der Grad der Partizipation bewusst wieder gesenkt und das Trainer-Team übernahm die Moderation abschließender Projektgruppen.

Hier wurden konkrete Umsetzungsmöglichkeiten im Kontext mit Partizipation erarbeitet. Zum Beispiel wurden Möglichkeiten und Chancen ausgearbeitet wie man Wertschätzung und Anerkennung nach erfolgter Partizipation von Jugendlichen altersgemäß “honorieren” könnte.

In einem abschießenden Fazit erkannten die Teilnehmenden, dass sie oft annahmen schon viel Partizipation zuzulassen, Jugendliche jedoch verbal schon öfter rückgemeldet hätten, dass sie das nicht so empfunden haben. Der hohe Grad an Partizipation stellte auch den Wunsch der Teilnehmenden nur teilweise zufrieden: am Samstag auf einen Fortbildung zu kommen und vom Trainer-Team so viel Wissen bekommen zu haben. Die Auseinandersetzung mit Partizipation scheint anscheinend ein echter nicht ganz konfliktfreier Paradigmenwechseln für einige zu sein. Andere wiederum schätzen diese Selbsterfahrungen sehr und nahmen den Unterschied zu ihrer bisherigen Vorgehensweise wahr und ernst.

Allen vor Ort war dabei wichtig, dass der Fachtag wieder einmal den Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden der Kooperationspartner GSJ und Sportjugend Berlin im Netzwerk Berlin ermöglichte.

Text: Doreen Remer und Dr. André Schier

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