Freiwilligendienst im Sport in Zeiten von Corona

Geschrieben von lauriac am in Allgemein

Wie sieht der Alltag in den Einsatzstellen unserer Freiwilligen in Zeiten von Corona aus? Vor welchen Herausforderungen stehen Sie? Gibt es Chancen, die aus der Krise entstehen könnten? Ebenso wollten wir wissen, wie ein Freiwilligendienst im Sport in der aktuellen Zeit funktionieren kann.

Diese Fragen haben wir Stefani Charrabé, Leiterin des MädchenSportZentrums Wilde Hütte in Neukölln und Lucie Nollen, BFDlerin dort, gestellt.

Wie sieht dein BFD-Alltag in Zeiten von Corona aus? bzw. Wie sieht der Alltag im MädchenSportZentrum Wilde Hütte in Zeiten von Corona aus?
BFDlerin Lucie: „Mein Alltag sieht mittlerweile schon wieder etwas „normaler“ aus. In den Monaten des Lockdowns sah mein Arbeitsalltag allerdings ganz anders aus. In Einzelarbeit haben wir unseren Garten auf Vordermann gebracht und unser Haus glänzt jetzt auch von oben bis unten.
Jetzt dürfen wir langsam wieder aufmachen und wieder Kurse anbieten. Der offene Bereich bleibt aber leider noch geschlossen. Wir freuen uns dennoch über jede Besucherin und wieder ein bisschen mehr Trubel im Haus.“
Stefani Charrabé, Projektleiterin: „Bei uns finden zurzeit nur Gruppenangebote mit einer Höchstzahl von 6 Teilnehmerinnen statt. Dabei handelt es sich um Kurse wie Hip Hop, Thaiboxen und Traumreisen. Klettern und verschiedene Outdoorangebote finden auch wieder statt. Bei allen Angeboten achten wir auf die Abstands- und Hygieneregeln. Der offene Bereich bleibt weiterhin geschlossen. Weiterhin bieten wir Hausaufgabenbetreuung im Haus und online an. Das Projekt „Stadt-Natur“ wird auch wieder angeboten. Wir haben uns jetzt auf Pflanzaktionen im Garten fokussiert. Blumen wurden/werden gepflanzt, Kräuterbeete angelegt und Tomatenpflanzen großgezogen und umgepflanzt.“

Was sind aktuell die größten Herausforderungen für dich im BFD? bzw. Was sind aktuell die größten Herausforderungen für das MädchenSportZentrum?
BFDlerin Lucie: „Eine große Herausforderung war es, den Kontakt mit den Mädels von jetzt auf gleich nur über Telefonate etc. aufrecht zu erhalten. Ich denke allerdings, dass das gut gelungen ist. Jetzt dürfen die Mädels ja hoffentlich bald auch wieder den offenen Bereich nutzen.“
Stefani Charrabé, Projektleiterin: „Die größte Herausforderung ist, die Mädchen wieder nach der langen Zeit zu erreichen und für die Gruppenangebote zu gewinnen. Ein großer Schwerpunkt ist unser offener Bereich. Viele Mädchen, die zu uns kommen, kommen direkt nach der Schule, die sich gegenüber befindet. Da die Schulzeiten sich stark verändert haben und die Schülerinnen teilweise nur 2 Stunden an zwei Tagen zur Schule gehen, fällt es schwer, sie zu den üblichen Öffnungszeiten zu erreichen. Viele Eltern sind ängstlich und verunsichert und die Mädchen müssen teilweise direkt nach der Schule nach Hause gehen. Jede Einrichtung hat seine eigene Umgangsweise mit den bestehenden Hygieneregeln. So darf zum Beispiel der Hort die Kinder nicht zu uns schicken, wenn keine ausdrückliche Absprache (schriftlich) mit den Eltern erfolgt ist. Die Mädchen der 5./6. Klassen gehen gar nicht in den Hort und auch nicht auf den Abenteuerspielplatz, da dieser bisher noch geschlossen ist.“

Siehst du in der Krise auch eine Chance? (bezogen auf die Einsatzstelle)
BFDlerin Lucie: „Durch die Corona Krise haben wir uns mehr mit dem Thema Social Media auseinandergesetzt. Ich denke das wird auch in Zukunft für uns an Bedeutung gewinnen. Über unseren neuen Instagram Account stehen wir mit unseren Besucherinnen in Kontakt. Auf dem Account posten wir ein paar online Angebote wie zum Beispiel Tanz oder Workout Videos und viele Basteltipps.“ Stefani Charrabé, Projektleiterin: „Ich sehe in der Krise keine Chance für die Jugendarbeit. Im Gegenteil, denn alle größeren Projekte wurden abgesagt oder finden zukünftig unter erschwerten Bedingungen statt. Das Angebot (Bewegter Sommer) wurde stark reduziert und die vielen Ausflüge und kleinen Fahrten können nicht mehr so wahrgenommen werden. Gerade die Ausflüge (FEZ, Schwimmbad, Sprungraum,) und besonderen Highlights haben das Angebot bisher so attraktiv gemacht. Wir sind eine kleine Einrichtung und gerade ein Sommerferiencamp lebt unseres Erachtens davon, Aktionen zu erleben, die man sonst nicht mitmachen kann.“

Was nimmst du aus dieser besonderen Situation für die Zeit nach Corona mit?
BFDlerin Lucie:
„Ich denke ich nehme auf jeden Fall mit, dass man zusammen ganz leicht durch schwere Zeiten kommt. Man merkt richtig wie normal das Digitale geworden ist und wie integriert die sozialen Netzwerke in unserem Alltag sind. Auch wenn man seine Freunde eine Weile lange nicht gesehen hat, dann fühlt man sich trotzdem verbunden, weil man die Möglichkeit hat trotzdem mit ihnen zu reden oder sie sogar zu sehen. Ich freue mich auf jeden Fall auf ganz viele herzliche Umarmungen nach Corona.

Stefani Charrabé, Projektleiterin: „Wir nehmen mit, dass wir in Zukunft mehr auf die Hygienestandards achten und durch die soziale Netzwerkpflege mehr Öffentlichkeitsarbeit stattfindet. Mehr Angebote im Außenbereich anbieten.“

24.06.2020

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