RespektAkademie stellt Betrieb ein

Geschrieben von lauriac am in Allgemein

Ende 2021 ist die dreijährige Förderung durch die SKala-Initiative ausgelaufen. Bis zuletzt hatte das Team gehofft, mithilfe neuer Zuwendungsprogramme die Arbeit fortsetzen zu können. Leider ist dies nicht gelungen und die Projektarbeit musste wegen fehlender Finanzmittel zu Beginn dieses Jahres eingestellt werden.

Nach drei Jahren intensiver Aufbauarbeit, deren Ergebnis ein evaluiertes skalierbares Konzept ist, ist die eingetretene Situation für alle Beteiligten enttäuschend und gleichzeitig lehrreich. Misserfolge bergen bekanntlich die größten Chancen zum Lernen, Reflektieren und Weiterentwickeln.

Von der einwöchigen Ausbildung zum RESPEKTfreund zum dreijährigen Phasenmodell der RespektAkademie

Das Projektteam kann jede Menge erreichter Ziele feiern und auf große Erfolge zurückblicken: 12 Klassen und damit rund 280 Schüler*innen absolvierten zusammen etwa 150 Projekttage. Dabei wollten auch stets weitere Klassen in das Programm aufgenommen werden. Fast alle Respekt-Klassen veranstalteten ihre eigene Demonstration, um sich lautstark für Vielfalt, Respekt und Toleranz einzusetzen. Neben dem klasseninternen Teambuilding hatten alle Kinder die Möglichkeit, sich mit den eigenen Stärken auseinanderzusetzen, Themen für das eigene soziale Engagement zu identifizieren und erste Erfahrungen bei der Umsetzung von Aktionen zu sammeln. Nicht zuletzt standen dabei aber immer auch der Spaß und das Miteinander sowie Sport und Bewegung im Zentrum.

Zu Beginn der SKala-Förderung bestand die RespektAkademie konzeptionell zum Teil nur auf dem Papier. Die einzelnen Bausteine waren entwickelt und erprobt, das wirkungsorientierte Zusammenspiel der drei aufeinander aufbauenden Phasen musste jedoch erst einmal erarbeitet werden. Inzwischen ist die RespektAkademie zu einem ausgereiften Programm entwickelt worden, das auf weitere Schulen in anderen Sozialräumen übertragbar wäre. Ein Team aus Bildungstrainer*innen für die Durchführung der Projekttage konnte aufgebaut werden, zudem wurden Strukturen, Abläufe und Rollenverteilungen im Projektteam sowie im Programmablauf professionalisiert. Darüber hinaus konnte sich die RespektAkademie an den Schulen als fester Bestandteil der außerschulischen Angebote etablieren. Durch die Präsenz im Kiez und die verstärkte Zusammenarbeit mit unterschiedlichen kiezbezogenen Kooperationspartner*innen fand eine regionale Verstetigung statt. Das Projekt war bekannt im Kreuzberger Kiez – nicht zuletzt durch einen konsequenten Markenbildungsprozess.

Ergebnisse der zweijährigen Begleitung durch Camino – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung im sozialen Bereich

Nachdem bereits im Vorgängerprojekt Erfahrungen mit Methoden der Selbstevaluation gesammelt werden konnten, wurden die Fördermittel der SKala-Initiative für eine zweijährige Evaluation der Wirkung der RespektAkademie eingesetzt. Das Team von Camino erhob trotz Pandemie mit unterschiedlichen Methoden eine belastbare Datengrundlage. Die daraus resultierenden Erkenntnisse bestätigen den methodischen Ansatz der RespektAkademie sowie die Konzeptumsetzung. Darüber liefert die Evaluation hilfreiche Impulse für sinnvolle Weiterentwicklungen des Programms.

Fortsetzung der Aktivitäten in anderen Projekten geplant

An einigen der berlinweit mehr als 50 Standorten möchte die GSJ nun die Erfahrungen aus der RespektAkademie einbringen. Innerhalb dieser Angebote sollen diese Erfahrungen und das Wissen  weitergetragen und -genutzt werden. Gleichzeitig sollen sich auch die Verwaltungsstrukturen weiterentwickeln, um zukünftig Möglichkeiten für flexiblere Finanzierungsmodelle zu schaffen. Vor diesem Hintergrund sind wir auch weiterhin offen für jegliche Anfragen, die die RespektAkademie betreffen.

Zurück bleiben Fragen: Wie häufig kommt es vor, dass Programme so umfangreich pilotiert und dann doch nicht weitergeführt werden können? Wie ist dieser Umstand im Kontext einer anhaltenden Nachhaltigkeitsdebatte zu bewerten? Gibt es bereits alternative Förderansätze in anderen Programmen? Warum sind so viele Förderprogramme zwar auf Anschubfinanzierungen ausgerichtet, übernehmen aber nach wie vor nur widerwillig Entwicklungs- und Projektmanagement-Kosten wenn offensichtlich  davon ausgegangen wird, dass sich die Programme nach der Pilotphase selbst tragen müssen. Wie kann es also gelingen, nachhaltige Geschäftsmodelle für die Soziale Arbeit zu entwickeln? Hierauf suchen wir derzeit noch nach Antworten.

veröffentlicht am: 21. März 2022

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