Xberg & Du im SBK NaunynRitze: Wenn Hochkultur den Kiez trifft

Offenheit als Setting
Am 6. und 7. Dezember wurde das Sport-, Bildungs- und Kulturzentrum NaunynRitze zu einem Ort ungewöhnlicher Begegnungen. Rund 60 Workshops der Berliner Philharmoniker und der Karajan-Akademie – von Geige über Englischhorn bis Baglama, von Gesang bis Schlagzeug – machten das Haus zwei Tage lang zu einem offenen Musiklabor.Das Projekt Xberg & Du ist Teil des Education-Programms der Berliner Philharmoniker und hatte ein Ziel, das perfekt zur sozialräumlichen Arbeit der NaunynRitze passt: Schwellen abbauen und Räume öffnen, in denen Menschen aus dem Kiez mit professioneller Kunst und Kultur in Berührung kommen können.
Zugang ohne Hürden
Die Workshops waren bewusst niedrigschwellig gestaltet: ohne Anmeldung, ohne Vorkenntnisse, ohne Kosten. Wer vorbeikam, konnte einfach einsteigen, ausprobieren, zuhören oder bleiben. Diese Offenheit ist zentral und prägend für die sozialpädagogische Arbeit im Stadtteil. Sie ermöglicht Teilhabe für diejenigen, die kulturelle Bildungsangebote häufig nicht wahrnehmen – aus finanziellen Gründen, wegen sozialer Herkunft oder fehlender Zugänge. Genau hier setzt die NaunynRitze an: Begegnung ermöglichen, Barrieren senken, neue Erfahrungsräume schaffen.
Jugendliche als soziale Akteure
Die Stimmung an beiden Tagen war entsprechend lebendig. Jugendliche aus der Einrichtung übernahmen die Rolle der Gastgeberinnen und Gastgeber. Sie bereiteten ein Buffet vor, betreuten die Räume und sorgten mit ihrer Präsenz dafür, dass sich auch Menschen, die zum ersten Mal im Haus waren, willkommen fühlten. Dieses Miteinander zwischen Profimusikerinnen und -musikern, Stammpublikum der NaunynRitze und Nachbarschaft war einer der Kerngedanken des Projekts: ein Dialog zwischen Hochkultur und Kiez, zwischen Kultur und Sport, zwischen unterschiedlichen Lebenswelten.
Geteilter Raum, geteilte Praxis
Den Abschluss des Wochenendes bildete eine Open Stage. Hier stand nicht Perfektion im Vordergrund, sondern Ausdruck, Mut und eine kollektive Erfahrung. Wer wollte, konnte spielen, singen oder improvisieren. Die Mischung aus klassischer Musik, Alltagsrhythmen, spontanen Sessions und Publikumsbeiträgen zeigte, wie Vielfalt klingen kann, wenn sie einen Ort bekommt.
Was bleibt
Xberg & Du im Sport-, Bildungs- und Kulturzentrum NaunynRitze war mehr als ein Musikworkshop. Es war ein Beispiel dafür, wie kulturelle Teilhabe gelingen kann, wenn sportorientierte soziale Arbeit und professionelle Kunst zusammenarbeiten und wenn Angebote so gestaltet sind, dass tatsächlich alle mitmachen können. Die NaunynRitze konnte sich präsentieren als Raum für Kultur, Jugend und Nachbarschaft – und als Brücke zwischen Welten, die sich sonst selten begegnen.
Genau das ist die Art von Kooperation und Beteiligung, die im urbanen Raum Zukunft hat.




